Scrollytelling mit Atavist: So baut man eine Multimedia-Reportage

Eigentlich wollte ich multimediale Geschichten über meine eigene Website als Scollytelling-Format anbieten. Auf der Suche nach einem kostenlosen Plugin bin ich vor einigen Wochen über Atavist.com gestolpert. Ein Erfahrungsbericht.

Was ist Atavist?Logo Atavist

Atavist bietet die Möglichkeit, multimediale Inhalte zu einer Geschichte zusammen zu fügen, diese über die Plattform zu veröffentlichen und via Social-Media zu bewerben. Genutzt wird die Plattform zum Beispiel von der süddeutschen Zeitung oder der Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen (HNA) die damit multimediale Reportagen erstellen. Neben Textbausteinen können also Bilder, Fotostrecken, Audioelemente und auch Videos eingebunden werden.

Wie funktioniert Atavist?

Als erstes benötigt man einen Account. Das ist recht simpel und geht fix. Anmelden und einloggen kann man sich auch über ein Facebook-Konto. Zur Verfügung stehen zwei Varianten von Atavist, eine kostenlose und eine kostenpflichtige Variante. Ich habe bislang nur die kostenlose genutzt – werde mich hier also nur darauf beziehen.

Was muss man mitbringen?

Für eine gute Geschichte die man via Atavist veröffentlichen möchte braucht man – Trommelwirbel – eine gute Geschichte, die Potential für multimediales Erzählen gibt. Es ist natürlich möglich, einfach nur Text- und Bildelemente online zu stellen … aber dafür bräuchte man sicher nicht extra ein Tool wie Atavist.

Bilderstrecke: So sieht Atavist „von hinten“ aus

1. Text

Steht das Thema fest hat man diese bereits in einem Text ausformuliert. Auf der Grundlage eines solchen Textes lässt sich dann auch besser planen, wie man sie auf Atavist anlegen möchte. Die Plattform bietet die Möglichkeit, die Geschichte in mehrere Kapitel zu unterteilen. Das macht sicher bei longform-Reportagen Sinn, die dadurch übersichtlicher und dadurch sicher auch leichter zu bearbeiten sind. Für meinen Test habe ich allerdings eine vergleichsweise kurze Story geschrieben – die war in einem Kapitel erzählt.

So sieht die Statistik-Auswertung in der freien Variante von Atavist aus.2. Foto, Video, Audio

Zur Illustration der Geschichte lassen sich an jeder Stelle des Textes Bilder einklinken. Die Größe bestimmt man selbst. Hier kann man auch mit dem Parallax-Effekt arbeiten, bei dem ein Bild den Ausschnitt beim Herunterscrollen ändert.

Videos, die bereits auf Youtube oder Vimeo veröffentlicht sind, können via ID eingebunden werden oder werden direkt bei Atavist hochgeladen. Ich habe das allerdings nicht gemacht, weil die Größe meines Videos sicher den Rahmen gesprengt hätte – falls das jemand versucht, lasst mich wissen, wie gut es lief. Außerdem können Audioelemente in den Texte eingebaut werden.

3. Karten, Zitate und anderer Schnickschnack 

Neben den genannten Elementen lässt sich noch jede Menge anderer Schnickschnack in die Story einbinden. Eine Karte kann zeigen, wo die Geschichte spielt, Gif-Dateien können eingebunden, Zitate hervorgehoben, erklärende Links platziert werden. Am besten, man nimmt sich für die erste Geschichte ein bisschen Zeit und probiert einfach drauf los.

4. Statistik

Hat man seine Geschichte in die Welt gestellt ist es natürlich auch interessant zu wissen, wie viele Menschen sie gelesen haben. Atavist bietet dafür – auch in der freien Variante – eine Statistik-Rubrik an.

Mein erstes Mal mit Atavist: 

Thumb_Story

Fazit: Coole Plattform – nur leider weit weg von der eigenen Seite

Ich kann die Plattform jedenfalls empfehlen. Die Produktion ist recht simpel, die Story ist schnell gebaut und veröffentlicht. Als Nachteil muss man allerdings festhalten, dass sich die Geschichten so nur über Atavist veröffentlichen lassen, man also immer von eigenen Seiten auf das Projekt verlinken muss. Allerdings gibt es auch eine kostenpflichtige Variante. Welche Möglichkeiten diese bietet kann ich allerdings nicht umfassend sagen.

Dennoch bin ich weiter auf der Suche nach Möglichkeiten, solche Inhalte auch auf meiner eigenen Seite über WordPress einzubinden. Experimente mit der Aesop Story-Engine waren bislang unbefriedigend. Dazu dann ein andermal mehr.

Beispiele für Webreportagen, gebaut mit Atavist:
HNA-Vom ersten HAus zum Boulevard

„Vom ersten Haus zum Boulevard“
Reportage über die Entwicklung der Friedrich-Ebert-Straße in Kassel.

Von Eugen Maier und Thomas Siemon
HNA.de

SZ-Zurück zur Natur

„Zurück zur Natur“
Reportage über den Versuch, Schweine aus der Massentierhaltung zurück in die Natur zu bringen.

Von Kerstin Greiner, Tanja Kernweiss, Ulrike Myrzik, Janek Stroisch, Florian Zinnecker und Wolfgang Luef
Sueddeutsche.de

Ruhrnachrichten Schwarze Gefahr

„Die Schwarze Gefahr“
Geschichte über die Familie Sundermann aus dem Münsterland, deren Grundstück durch eine Ölpest verwüstet wurde.Von Henning Brinkmann, Benjamin Konietzny und Nils Lindenstrauß
Ruhrnachrichten.de

 

Lesenswertes zum Thema: 

Vorstellung von drei Webreportagen-Tools auf Fachjournalist.de

Vorstellung von Atavist auf Bleiwüste.de

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